800 Jahre ununterbrochene Produktion

Commandaria ist nicht irgendein Wein. Er ist der älteste benannte Wein der Welt, ununterbrochen produziert seit über 800 Jahren in den vierzehn Dörfern am Südhang des Troodos-Gebirges. Als Richard Löwenherz 1191 auf Zypern Berengaria von Navarra heiratete, soll er den Commandaria als „Wein der Könige und König der Weine" bezeichnet haben. Die Kreuzritter des Johanniterordens, die nach ihm die Insel verwalteten, gaben dem Wein seinen Namen – nach der „Commandaria" (Komturei), ihrem Verwaltungsbezirk um die Burg Kolossi bei Limassol.

Commandaria ist ein süßer, bernsteinfarbener Dessertwein mit 15 Prozent Alkohol, der aus sonnengetrockneten Trauben gewonnen wird. Er hat eine geschützte Ursprungsbezeichnung (PDO) – nur Wein aus den vierzehn offiziell festgelegten Commandaria-Dörfern darf den Namen tragen. Kein anderes Weinbaugebiet der Welt kann eine so ununterbrochene, dokumentierte Geschichte vorweisen.

Wie Commandaria hergestellt wird

Die Herstellung ist im Kern seit Jahrhunderten unverändert – und erstaunlich einfach in ihrer Eleganz. Zwei einheimische Rebsorten werden verwendet: Xynisteri (weiß, bringt Frische und Zitrusnoten) und Mavro (rot, bringt Tiefe und Karamell). Die Trauben werden im September gelesen und dann 10 bis 14 Tage in der Sonne ausgelegt – auf flachen Steinplatten oder Matten, direkt vor den Häusern in den Dörfern. Die Sonne konzentriert den Zucker und die Aromen auf natürliche Weise, ohne künstliche Eingriffe.

Nach dem Trocknen werden die Trauben gepresst, und der Most fermentiert langsam in Tanks oder – traditionell – in großen Tontöpfen. Die Gärung stoppt auf natürliche Weise, wenn der Alkoholgehalt die Hefe abtötet, und der verbleibende Zucker gibt dem Commandaria seine charakteristische Süße. Keine Zugabe von Alkohol (anders als bei Portwein) – die Süße und Stärke kommen allein aus der Traube. Das Ergebnis: ein Wein mit bernsteinbrauner Farbe, Aromen von Rosinen, Honig, Karamell und Trockenfrüchten, und einem langen, warmen Abgang.

Weingut in Koilani, Oktober: Der Winzer hat uns den ganzen Prozess gezeigt – von den sonnengetrockneten Trauben auf den Steinplatten bis zum bernsteinfarbenen Wein im Eichenfass. Eine Flasche Commandaria: 8 Euro direkt beim Erzeuger. In London habe ich die gleiche Flasche für 25 Pfund gesehen. Der älteste Wein der Welt, für den Preis eines Supermarkt-Weins.

– Weinliebhaber aus der Pfalz, seit 2022 in Limassol

Wo kaufen und wie trinken

Im Supermarkt: Einfacher Commandaria ab 8 Euro (KEO St. John, der Einstiegsklassiker). Mittelklasse: 12 bis 20 Euro (ETKO, LOEL). Premium: Tsiakkas Commandaria (20 bis 30 Euro, Boutique-Produktion, preisgekrönt), LOEL Alasia (25 bis 35 Euro, jahrelang gereift). Vintage-Jahrgänge: 30 bis 50+ Euro – für Sammler und besondere Anlässe.

Wie trinken: Leicht gekühlt, 14 bis 16 Grad – nicht eiskalt, aber auch nicht Zimmertemperatur. Als Dessertwein nach dem Essen, zu Blauschimmelkäse (exzellente Kombination), zu Baklava oder dunkler Schokolade. Ein kleines Glas genügt – Commandaria ist gehaltvoll. Im Winter: leicht erwärmt mit Zimt und Orange ein wärmendes Getränk.

Als Geschenk: Perfekt für Besucher aus Deutschland. Eine Flasche KEO St. John (10 bis 15 Euro) ist der zuverlässige, unkomplizierte Klassiker. Für Weinkenner: Tsiakkas Commandaria (20 bis 30 Euro) in der eleganten Flasche beeindruckt. Innerhalb der EU: unbegrenzt mitnehmbar für den Eigenbedarf.

Die Commandaria-Route – Weindörfer besuchen

Die Commandaria-Route durch die vierzehn Dörfer am Troodos-Südhang ist einer der unterschätztesten Ausflüge auf Zypern. Startpunkt: Kolossi-Burg bei Limassol (die Kreuzritter-Festung, wo die Geschichte begann). Dann durch die Dörfer: Erimi (Commandaria-Museum, Eintritt frei), Zoopigi, Kalo Chorio, Lania (Künstlerdorf mit Galerien und Tavernen), Doros, Monagri, Silikou. In den kleinen Weingütern können Sie direkt verkosten und kaufen – oft für 5 bis 8 Euro pro Flasche, weniger als im Supermarkt.

Die Route lässt sich in einem Halbtagesausflug ab Limassol schaffen: morgens Kolossi-Burg besichtigen, dann durch drei bis vier Dörfer fahren, in einer Bergtaverne zu Mittag essen (Kleftiko oder Meze), und nachmittags bei einem Winzer verkosten. Die Straßen sind kurvenreich aber gut asphaltiert, und die Landschaft – Weinberge, Olivenhaine, Steinhäuser – ist malerisch. Tipp: Im September/Oktober ist Erntezeit, und die Dörfer sind besonders lebendig.

Commandaria

Standorte: Limassol, Troodos
Kennzahlen: 15 Prozent
Themen: 800 Jahre ununterbrochene Produktion, Wie Commandaria hergestellt wird, Wo kaufen und wie trinken

CMC-Praxistipp

Premium: Tsiakkas Commandaria (20 bis 30 Euro, Boutique-Produktion, preisgekrönt), LOEL Alasia (25 bis 35 Euro, jahrelang gereift).

Häufig gestellte Fragen

Ist Commandaria wie Portwein?

Ähnlich süß und gehaltvoll (15 % Alkohol), aber fundamental anders hergestellt. Commandaria: die Süße kommt allein aus sonnengetrockneten Trauben, ohne Alkoholzugabe. Portwein: die Gärung wird durch Zugabe von Branntwein gestoppt. Commandaria ist natürlicher und hat ein anderes Geschmacksprofil – weniger spirituos, mehr Honig und Trockenfrüchte.

Kann ich Commandaria als Geschenk mitbringen?

Perfektes Mitbringsel. KEO St. John (10 bis 15 Euro) für den zuverlässigen Klassiker, Tsiakkas (20 bis 30 Euro) für Weinkenner. Innerhalb der EU unbegrenzt für den Eigenbedarf mitnehmbar. Die Flasche gut polstern im Koffer.

Lohnt sich die Commandaria-Route?

Unbedingt – einer der schönsten Halbtagesausflüge ab Limassol. Kolossi-Burg, drei bis vier Weindörfer, Taverne, Verkostung. Kosten: Eintritt Kolossi 2,50 Euro, Essen 15 bis 25 Euro, Wein kaufen 5 bis 15 Euro. Ein unvergesslicher Tag für unter 50 Euro.

Welcher ist der beste Commandaria?

Geschmackssache, aber unsere Empfehlungen: Für den Alltag: KEO St. John (8 bis 12 Euro, zuverlässig). Für besondere Anlässe: Tsiakkas Commandaria (20 bis 30 Euro, komplex, preisgekrönt). Für Neugierige: ETKO Centurion (15 bis 20 Euro, guter Mittelweg).

Unterstützung durch CMC

Wir bei CMC Certus Management Consultants sind für Sie da – nicht nur bei steuerlichen und rechtlichen Fragen, sondern auch bei allen praktischen Themen des täglichen Lebens auf Zypern. Unser Team in Larnaca und Pafos kennt die lokalen Gegebenheiten aus erster Hand.

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